Definition

Stundensatz

Ein Stundensatz ist der Betrag, der einem Kunden pro geleistete Arbeitsstunde in Rechnung gestellt wird. Für Dienstleistungsunternehmen ist er der primäre Mechanismus zur Bepreisung von Zeit-und-Material-Aufträgen und bildet die Grundlage für Projektkostenberechnungen.

Warum der Stundensatz für Dienstleistungsunternehmen entscheidend ist

Der Stundensatz ist das Fundament der finanziellen Nachhaltigkeit für Agenturen, Beratungen, Freelancer und Studios. Zu niedrig angesetzt, verdient das Unternehmen zu wenig, auch wenn es voll ausgelastet ist. Zu hoch ohne die Positionierung, die das stützt, gehen Aufträge verloren. Den richtigen Satz zu finden, erfordert das Verständnis sowohl der Kostenbasis als auch des gelieferten Mehrwerts.

Wie man einen nachhaltigen Stundensatz berechnet

Ein nachhaltiger Stundensatz beginnt mit der Kostenbasis. Alle Jahreskosten werden addiert — Gehälter, Tools, Miete, Steuern, Sozialleistungen und ein Gewinnziel. Dieser Betrag wird durch die Anzahl der realistisch leistbaren abrechenbaren Stunden pro Jahr geteilt. Die meisten Dienstleistungsunternehmen stellen fest, dass verfügbare Stunden nicht dasselbe sind wie abrechenbare Stunden: Kundenarbeit macht typischerweise 60–75 % der Gesamtarbeitszeit aus. Der Rest entfällt auf Verwaltung, Vertrieb und nicht abrechenbare Projektarbeit.

Verrechnungssatz vs. Kostensatz

In teambasierten Dienstleistungsunternehmen ist es wichtig, zwischen dem Verrechnungssatz (was dem Kunden berechnet wird) und dem Kostensatz (was die Person das Unternehmen kostet) zu unterscheiden. Die Differenz zwischen diesen beiden Sätzen ist die Bruttomarge auf die Zeit dieser Person. Wenn beide Sätze im Projektmanagementsystem verfolgt werden, lässt sich die Projektmarge in Echtzeit sehen statt am Monatsende zu schätzen.

Rollenbasierte vs. individuelle Stundensätze

Viele Agenturen verwenden rollenbasierte statt individueller Sätze. Ein Senior Consultant könnte einen Verrechnungssatz von 180 €/h haben, während ein Junior Associate 90 €/h kostet. Rollenbasierte Sätze vereinfachen Preisverhandlungen mit Kunden und ermöglichen es, die Teamzusammensetzung zu ändern, ohne den Vertrag neu zu verhandeln. Individuelle Sätze bieten mehr Präzision für GuV-Berechnungen, fügen aber Komplexität zu Angeboten hinzu.

So hilft Effici

So nutzt Effici Verrechnungs- und Kostensätze

Individuelle Verrechnungs- und Kostensätze pro Person auf jedem Projekt

Jedes Teammitglied, das einem Projekt hinzugefügt wird, hat seinen eigenen Verrechnungs- und Kostensatz. Effici nutzt beide, um Projektumsatz, -kosten und -marge in Echtzeit zu berechnen, sobald Stunden gebucht werden.

Abrechenbare Auslastung auf einen Blick

Der Reporting-Bereich zeigt, wie viele Stunden auf Projekte gebucht wurden, aufgeteilt nach abrechenbar und nicht abrechenbar. So lässt sich die tatsächliche Auslastung leicht gegen das Ziel überwachen.

Rechnungsvorschläge auf Basis von Verrechnungssätzen

Wenn die Rechnung erstellt werden soll, berechnet Effici den abrechenbaren Betrag aus erfassten Stunden und Verrechnungssätzen. Der Rechnungsvorschlag zeigt die Positionen vor dem Versand — keine manuelle Satzanwendung nötig.

FAQ

Häufige Fragen.

Woran erkenne ich, dass mein Stundensatz zu niedrig ist?

Wenn du vollständig ausgelastet bist, aber trotzdem keinen Gewinn erzielst, ist dein Satz wahrscheinlich zu niedrig oder der Anteil nicht abrechenbarer Zeit ist zu hoch. Berechne deinen Break-even-Satz: Gesamtjahreskosten geteilt durch realistische abrechenbare Stunden. Dein Verrechnungssatz sollte diesen Wert um deine Gewinnzielmargin übersteigen.

Sollte ich bei allen Kunden denselben Stundensatz nehmen?

Nicht zwingend. Viele Dienstleistungsunternehmen berechnen unterschiedliche Sätze je nach Arbeitsart, Kundengröße oder benötigter Seniorität. Entscheidend ist, dass jeder Satz profitabel ist und gegenüber Kunden konsistent begründet werden kann.

Was ist der Unterschied zwischen Verrechnungssatz und Kostensatz?

Der Verrechnungssatz ist, was du dem Kunden pro Stunde berechnest. Der Kostensatz ist, was eine Stunde dieser Person dein Unternehmen kostet, einschließlich Gehalt, Sozialleistungen und Overhead. Die Differenz ist deine Bruttomarge auf die Zeit dieser Person.

Wie oft sollte ich meine Stundensätze überprüfen?

Mindestens jährlich oder wenn es eine wesentliche Änderung in der Kostenbasis gibt — z. B. eine Gehaltserhöhung, neue Mitarbeiter oder Standortveränderungen. Viele Dienstleistungsunternehmen überprüfen Sätze auch, wenn sie neue Kundentypen akquirieren oder in höherwertige Arbeit wechseln.